TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und Akupunktur

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist ein Therapeut dann ein guter Therapeut, wenn seine Patienten erst gar nicht krank werden. Er sieht und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit. Eine gründlche Anamnese und die Puls- und Zungendiagnostik geben Aufschluss darüber, ob alle Energien im Körper im Gleichgewicht fließen oder Stagnationen und Blockaden bestehen.  Anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung erstellt der Therapeut einen Behandlungsplan aus

  • Akupunktur
  • Ernährung
  • Heilkräutern

Einsatzbereiche der TCM und Akupunktur

  • Schmerztherapie
  • Orthopädische Erkrankungen (Lumbalgien, Arthrosen, Bandscheibenvorfälle, Sprunggelenkserkrankungen, Erkrankungen der Sehnen und Bänder, rheumatische Erkrankungen, Myalgien, Fibromyalgie, etc.)
  • Vegetative Erkrankungen (Burnout, leichte Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Schlafstörungen)
  • Gynäkologische Erkrankungen (Endometriose, PCO, PMS, Dysmenorrhoen, klimakterische Beschwerden)
  • Kinderwunsch
  • Schwangerschaftsbegleitung
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Rehabilitationen nach schweren Erkrankungen und Operationen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Lungenerkrankungen (Asthma, chron. Bronchitis, Infektanfälligkeit)
  • HNO- und Augenerkrankungen (Tinnitus, Schwindel, Hörsturz, Makuladegeneration, Fehlsichtigkeit)
  • Neurologische Erkrankungen (Migräne, Nervenschmerzen nach Gürtelrose, Gesichtsnervenlähmung, Polyneuropathie, Neuralgien, Multiple Sklerose)

Kinderwunsch

Die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin lassen sich sehr sinnvoll mit den individuellen Möglichkeiten der Traditionellen Chinesischen Medizin ergänzen. Mit der TCM können wir Einfluss auf die Qualität der Spermien und Eizellen nehmen und so eine erfolgreiche Befruchtung vorbereiten. Wir können durch Akupunktur, Moxabustion, Ernährung und Heilkräutern den Uterus stärken und die Versorgung der befruchteten Eizelle verbessern. Auch die individuelle Begleitung der Paare während der belastenden Zeit der Empfängnisvorbereitung für die künstliche Befruchtung wird von vielen als sehr hilfreich empfunden. Durch die Akupunktur kann die Psyche gestärkt werden und sie finden Ihre Ausgeglichheit wieder.

Akupunktur in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt

Viele Frauen empfinden Akupunktur während der Schwangerschaft wegen ihrer entspannenden Wirkung und ihrem positiven Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden als sehr angenehm. Daneben gibt es für eine Akupunkturbehandlung in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt verschiedene praktische Anwendungsbereiche:

  • In der Frühschwangerschaft kann Akupunktur gegen Schwangerschaftsübelkeit und andere Schwangerschaftsbeschwerden helfen. Beispielsweise geht die TCM davon aus, dass die Morgenübelkeit durch eine Schwächung der Magenenergie der Schwangeren begründet liegt - der Akupunkteur stimuliert diverse organbezogene Körperpunkte, damit das Qi wieder ungehindert fließen kann.
  • Mit fortschreitender Schwangerschaft kommt Akupunktur gegen verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden - beispielsweise Rückenschmerzen, zur Behandlung einer ausgeprägten Venenschwäche oder bei stärkeren Wassereinlagerungen - zum Einsatz.
  • Eine geburtsvorbereitende Akupunkturbehandlung kann in der 36. Schwangerschaftswoche, also vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, beginnen. Dieser relativ späte Zeitpunkt ist wichtig, da diese Behandlung den Körper unmittelbar auf den Geburtsvorgang vorbereiten soll und zum Einsetzen der Wehen führen kann. Ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche ist das für das Baby nicht mehr problematisch. Bis zur Geburt wird pro Woche eine Akupunktursitzung durchgeführt, welche die Reifung des Muttermundes unterstützt. Die Mannheimer Studie zu geburtsvorbereitender Akupunktur weist aus, dass geburtsvorbereitende Akupunktur die Eröffnungsphase bei Erstgebärenden um bis zu 20 Prozent verkürzen kann und offenbar auch die Wehen-Koordination verbessert. Für eine Stunde nach einer Akupunktursitzung spürten die Probandinnen die Bewegungen ihres Babys deutlich stärker. Behandelt werden während einer geburtsvorbereitenden Akupunktur auf jeder Körperseite jeweils vier Akupunkturpunkte: unterhalb des Knies, im oberen Seitenbereich der Wade, am Innenknöchel sowie an der Außenseite des kleinen Zehs. Zur allgemeinen Beruhigung und Entspannung wird oft zusätzlich ein Kopfpunkt stimuliert. Durch eine geburtsvorbereitende Akupunktur wird vielen Frauen die Angst vor der Geburt genommen. Die u. g. Studie hat gezeigt, dass sich im Mittel die Dauer der Geburt durch Akupunktur von 10 auf 8 Stunden verkürzen lässt. (1) Studie: Römer A., Weigel M., Zieger W., Melchert F. (1998): Veränderungen der Cervixreife und Geburtsdauer nach geburtsvorbereitender Akupunkturtherapie. In: Römer A. (Hrsg.): Akupunkturtherapie in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Hippokrates, Stuttgart
  • Während der Geburt dient Akupunktur zur Schmerzlinderung, synchronisiert und harmonisiert die Abfolge der Wehen und unterstützt damit ebenfalls eine schnellere Eröffnung des Muttermundes. Die Kölner Studie hat gezeigt, dass Akupunktur während der Geburt auch zur Stimulation oder Abschwächung der Wehen dienen kann. Durch die Stimulation der Wehen kann die Gabe von Oxytocin - der sogenannte Wehentropf - oft vermieden werden, bei einem "Wehensturm" bringt eine beruhigende Akupunkturbehandlung Linderung. Ausschlaggebend für das Erzielen der gewünschten Wirkung sind das Stillhalten oder gezielte Drehungen der Nadeln. Viele Frauen verfügen durch die Akupunkturbehandlung zu Beginn der Austreibungsphase noch über sehr viel Kraft, was die Geburt noch einmal beschleunigt. Die Stimulation bestimmter Meridianpunkte an Bauch und Rücken trägt während der Geburt zur Beruhigung und Entspannung bei.
  • Unmittelbar nach der Geburt hat sich Akupunktur zur Unterstützung der Plazentaablösung und zur Linderung schmerzhafter Nachwehen bewährt.
  • Im Wochenbett unterstützt sie die Rückbildung und hilft bei Naht- oder Hämorrhoidalbeschwerden. Während der Geburt und im Wochenbett wird die Akupunktur durch die behandelnden Ärzte und Hebammen durchgeführt.

Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur nach Dr. Nogier (Französische Schule) ist eine Reflexzonentherapie, bei der durch Stich oder eine andere Manipulation eines reflektorisch erregbaren Areals der Ohrmuschel ein energetischer und damit therapeutischer Effekt auf das Erfolgsorgan im Körper ausgelöst wird. Besonders die Unmittelbarkeit der Wirkung des hier ausgeübten Reizes und das Fehlen von Nebenwirkungen schätze ich an der Therapie mittels Ohrakupunktur.

Haupteinsatzbereich der Ohrakupunktur sind Schmerzzustände, Allergien, PMS (hormonelle Störungen), Fruchtbarkeitsstörungen, Schwindel und Tinnitus, Auswirkungen von Stresszuständen , Alkohol- und Nikotinsucht.

Sehr hilfreich und erfolgreich ist die Behandlung auch bei Reduktionsdiäten und Fastenkuren.

Rezept chinesische Kraftbrühe

500 g Rinderknochen gemischt
500 g Hühnerklein
in 6 l Wasser kalt aufsetzen. Gemüse (Möhren, Zwiegeln, Knoblauch, Ingwer, Lauch, Pastinaken u. a.) hinzugeben, mit gekörnter Gemüsebrühe abschmecken, 1 Tüte Kräutermischung (z. B. aus der Ziethen Apotheke in Berlin) und 5 Stunden köcheln lassen. Danach alle festen Bestandteile absieben und mit Wasser auf 6 l wieder auffüllen. Die Brühe über Nacht kalt stellen und am Morgen das Fett abschöpfen. Danach portionsweise einfrieren. 2 bis 3 mal täglich 1 Tasse trinken, am besten vor den Mahlzeiten.

Die Suppe stärkt den Körper, besonders nach Operationen, Chemotherapien und bei chronischen Erkrankungen oder Virusinfektionen. Sie fördert die Blutbildung und die körpereigene Abwehr.